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Sex gerald.pohl@wellness.magazin.at
>>Ich fing an um Anerkennung zu ringen, damit man mich nicht auf meine sexuelle Orientierung reduziert.<< Ulrike Folkerts, deutsche
Die US amerikanische TV-Serie „The L-Word“ legte bei den Zusehern auf Pro 7 einen fulminanten Start hin. Fernseh-Kritikern und Sexualtherapeuten gefiel die Serie rund um top-gestylte West Coast Beauties, die dem eigenen Geschlecht verfallen sind, allerdings von Anfang an nicht. Ihre Kritik: Zu offensichtlich sollen mit „The L-Word“ nicht nur Frauen sondern auch Männer angesprochen werden, die den recht freizügigen lesbischen Liebesszenen durchaus Positives abgewinnen können. Und zu unrealistisch werden tatsächliche Probleme und Herausforderungen von homosexuellen Frauen dargestellt. Ganz egal, Sprüche wie „Mann ist die Frau heiß, man sieht ihr gar nicht an, dass sie lesbisch ist!“ oder: „Wenn Lesben mit einem Typen Sex haben, dann nur weil sie sein Sperma klauen wollen!“ kommen bei den Zusehern offensichtlich blendend an. TV Serien mit schwulen Charakteren haben´s da schon bedeutend schwerer. Ganz abgesehen davon, dass schwule Liebe im Fernsehen wenn, dann nur in angedeuteter Weise zu nachtschlafender Zeit im Fernsehen läuft (das Schwulen Epos „Queer as Folk“ hat auf Pro 7 einen Sendetermin weit nach Mitternacht), empfinden Frauen den Geschlechtsakt von zwei Männern nur in den seltensten Fällen als ansprechend und stimulierend für die eigene Sexualität. Dieselben Unterschiede ergeben sich beim Menage a trois, hierzulande besser bekannt als „flotter Dreier“. Ganz gleich wie die Konstellation nun mal aussieht – zwei Frauen mit einem Mann oder zwei Männer mit einer Frau – das sich einander Näherkommen von zwei Frauen ist durchaus gewollt. Sexuelle Handlungen von zwei Männern vor den Augen einer weiteren Sexualpartnerin finden hingegen so gut wie nie statt. Auch wenn ein bekannter Wiener Werbeberater zugibt, zu später Stunde in einem Club schon mal gemeinsam mit einem Bekannten dessen farbige Freundin geküsst zu haben: „Beim wilden Herumschmusen habe ich auch meinem Freund einen leidenschaftlichen Zungenkuss gegeben.“ Was wieder einmal beweist, dass Ausnahmen die Regel bestätigen. Für ihn – mittlerweile Vater von drei Kindern – besitzt jeder Mensch einen latenten Hang zur Homosexualität. Dieser Ansicht entspricht auch die Tatsache, dass sich viele Frauen vorstellen könnten, bei passender Gelegenheit, es einmal mit einer Frau zu versuchen. Dass dabei die Suche nach höchster sexueller Befriedigung nicht unbedingt die Triebfeder hinter diesem Verlangen sein muss, belegt die 2005 von Univ. -Prof. Dr. Beate Wimmer-Puchinger erstellte Studie „Sexualität und Gender (= Geschlechter)“. Die Befragung von tausend ÖsterreicherInnen zeigte nämlich, dass lediglich 37 Prozent der Frauen die Aussage, dass „Sexualität ohne Orgasmus nicht befriedigend“ sei, als sehr oder ziemlich zutreffend beurteilen. Bei den Männern lag dieser Wert übrigens bei 61 Prozent. Bei derselben Befragung bezeichneten sich 12 Prozent der Männer und zehn Prozent der Frauen als homosexuell. Damit sind aber nur die überzeugten Lesben gemeint. Die „Probier-Lesben“ würden sich niemals als solche bezeichnen. Ganz klar, sie stehen ja meist in einer Beziehung mit einem Mann oder haben schon einige heterosexuelle Partnerschaften hinter sich. Es geht ihnen vielmehr darum zu erfahren, wie es denn mit einer Frau „sei“. Dabei spielen Zärtlichkeit und intime Berührungen eine große Rolle, die man mit einem Mann so nicht erleben könnte. Herausfinden möchten diese Pseudo-Lesben, ob es eine weibliche Sexualpartnerin nun tatsächlich besser wisse, welche Stimulationen zielführender zur Befriedigung der weiblichen Begierde seien. Dem Vor- und Nachspiel zum Liebesakt wird dabei ein so breiter Raum geschenkt, wie ihn ein Mann nur in den seltensten Fällen ertragen könnte. Eine Vielzahl solcher rein weiblicher Beziehungen kommt über die One-Night-Stands-Phase nicht hinaus, denn eine der beiden Frauen wendet sich danach wieder dem anderen Geschlecht zu. Sollte es sich jedoch wirklich um Liebe zwischen zwei gleichgesinnten Frauen handeln, so ist die weitläufige Meinung, in Frauenbeziehungen müsse eine der beiden den Part des Mannes übernehmen, nicht zutreffend. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Lesben: Zum einen die burschikosen Frauen, die ein männliches Auftreten an den Tag legen. Diese bezeichnet man als „Butch“. Zum anderen die „Femmes“, das sind Frauen mit einem sehr femininen Äußeren. Zwischen diesen beiden Gruppen gibt es Bindungen in allen Varianten. Reine Butchies- und Femmes-Paare, aber auch gemischte mit Butchies und Femmes. Ein interessantes Phänomen ist, dass Männer lesbische Liebesspiele viel eher akzeptieren als Sex unter Männern. Das hat nicht nur etwas mit Voyeurismus zu tun. Der weibliche Körper eignet sich besser zur sexuellen Vermarktung als der männliche. Denn zwei Frauen wirken in Liebesposen harmonischer; das Liebesspiel ist weniger brutal als das von schwulen Männern. Nachdem die Liebe zwischen zwei Frauen nicht nur in TV Serien und im Musikbusiness (Stichwort: Madonnas inniger Kuss mit Britney Spears bei den MTV-Music-Awards) salonfähig gemacht wurde, besteht jetzt die Gefahr, dass die Partygeneration sich dieses Themas annimmt. Das geht sogar soweit, dass Freundinnen in der Bar ungeniert herumschmusen und sich intim begrapschen nur um die anwesenden Männer zu reizen. Somit verkommt die gleichgeschlechtliche Liebe unter Frauen zu einem pervertierten Spiel nur um möglichst attraktiv für den vermeintlichen Liebhaber zu sein. Da soll sich Mann bzw. Frau noch auskennen.
Liebes-Geschichte KEIN Dresscode mehr Als sich die Lesben emanzipierten Bekennende Lesben der ersten Stunde erkannte man schon an ihrem Äußeren. Sie fanden sich in den frühen 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in der „Neuen Arbeiterbewegung“. So war es zum Beispiel unter Lesben verpönt einen Rock zu tragen. Viele ließen sich die Haare schneiden um nur ja nicht attraktiv für einen Mann zu wirken. Heute sieht man dies alles entspannter, obwohl eine Vielzahl der Lesben überzeugte Feministinnen sind. Kein Dresscode verrät nun die ganz persönliche sexuelle Neigung. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern wie die Niederlande, Belgien und Spanien haben es Lesben und Schwule in Österreich allerdings noch nicht geschafft, standesamtlich zu heiraten.
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